Es begann schon sehr früh mit meiner Krankheit. Auf dem ersten Bild sitze ich 2-jährig im elterlichen Ford Cortina. Zum vierten Geburtstag bekam ich mein erstes Fahrzeug geschenkt. Der Moment am Morgen, als der orange Traum mit der 4 vor meiner Zimmertüre stand, gehört zu den ältesten und schönsten Kindheitserinnerungen. Auf dem Foto mit mir und meinem orangenen Kart sind im Hintergrund 5 Toyota’s gut zu erkennen…..

 

Nach der Lehre 1989 zog ich mit 3 Kollegen für 10 Wochen durch die USA. Wir landeten in San Francisco und wollten einen frühen 70er Jahre US Car kaufen um stilgerecht das Land zu bereisen. Wir sahen uns das Angebot bei den Händlern an und stiessen auf einen `73 Ford LTD Brougham mit nur 44000 mls Laufleistung für $ 1800.00. Ich setzte mich vehement für ein Cadillac Coupe de Ville ein, welches einen Block weiter unten feilgeboten wurde ($ 3200.00). Aus preislichen Gründen ging ich in unseren demokratischen Strukturen sang und klanglos unter. Aber ich konnte mich auch mit unserem gut ausgestatteten full size Ford anfreunden, waren wir damit doch besser ausgestattet als unsere Eltern zu Hause, welche weder Klimaautomatik noch Tempomat hatten. Zudem war somit noch einiges Steigerungspotential für die Zukunft vorhanden und ich schwor meinen Kollegen, dass ich dereinst einen Lincoln oder Cadillac fahren würde. Wie ein richtiger Mann eben! Jedenfalls fuhren wir mit unserem LTD bis nach Dallas (TX), wo wir ihn für $ 800 verkaufen konnten. Der Händler fuhr uns zum Hotel und ich hatte ein echtes Scheissgefühl im Magen, ich hatte schon damals Mühe mich von einem Auto zu trennen. Noch heute frage ich mich manchmal wie es ihm wohl geht….

 

 Zurück in der Schweiz, machte ich mich daran ein Auto zu kaufen. Nach kurzer Zeit fand ich in der Nachbarschaft einen 81er Cadillac Seville d’Elegance. Toller Wagen. Mein Vater hat die Idee mit Zuckerbrot und Peitsche bekämpft. Ein Amischlitten war für ihn nicht tragbar. Mein Argument, dass ich den Wagen ja selber bezahle konterte er mit dem ältesten Trumpf:  ‚Solange du deine Füsse unter meinem Tisch………’ na sie wissen schon. Da ich noch zu Hause wohnte, verlor ich erneut den Kampf um einen Cadillac.

 

Beim zweiten Kandidaten hat mir dann mein Vater mit einem Zustupf geholfen. So kam ich zu meinem ersten Alfa Romeo Spider. Jahrgang 1985, ja der mit der dicken Lippe. War mir egal, viel wichtiger, dass es noch eine Vergaserversion war. Ich habe den wundervollen Sound immer noch in den Ohren. Sieben Jahre haben wir zusammen verbracht und über 100 000 Kilometer. Immer nur im Sommer, im Winter fuhr ich Eisenbahn. Schauderhaft zugegebenermassen, aber während dem Studium lag nicht mehr drin.

 

1993 war das Studium dann abgeschlossen, ich fand eine gute Stelle und hatte für jeden Tag ein Geschäftsauto. Da der Wunsch nach einem coolen, geschlossenen Auto ungestillt war, legte ich mir im Mai 1994 noch einen Alfa Romeo GTV6 2.5 Grand Prix zu.  Die nächste Aenderung vollzog sich 1997. Beide Alfas wurden an Zahlung gegeben und ich bestellte einen Alfa Romeo Spider V6. Da meine Farbwahl damals noch ein bisschen gewagt war (grigio titano mit knallrotem Leder), musste ich einen Neuen bestellen. Gleichzeitig fuhr ich geschäftlich nun einen Volvo 960, was auch ein wesentlicher Fortschritt war. 1999 wurde der Volvo durch einen BMW 540iA Touring ersetzt. Weil er so schön zu fahren war, verzeih ich ihm alle qualitativen Schwächen, welche schon früh zu Tage kamen.  Allerdings erwies sich der BMW Vertreter als kulanter Partner.

 

Im Januar 2005 war es endlich soweit. Ich konnte meinen ersten neuen Cadillac in Bern abholen. Ein SRX 4.6 V8. Genug Platz für die inzwischen gewachsene Familie. Der BMW wurde von meiner Frau noch fünf weitere Jahre gefahren. Als er Frostschutz über den Auspuff abzusondern begann endete die Beziehung jäh. Aber immerhin hielt sie 351000 km.

 

Nebenher wurde die Italianita mit Lancia Y und Fiat 500 weitergepflegt.

 

r.haener@haenerformenbau.ch